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Auenland

Auenlandgestüt: Gekommen, versunken, gebucht...und ein Pferdeguru„Erlebnishistorische Veranstaltung und sinnespädagogische Bildungsförderung“Zum Auenlang-Gestüt:Das Auenlandgestüt ist ein Kinder- und Jugendprojekt für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche in Trubenhausen (Gemeinde Großalmerode) in Nordhessen. Dort wurde nun zum 3. mal ein Ritterturnier mit Mittelaltermarkt als „Sinnespädagogische Bildungsförderung“ veranstaltet.Man findet hier ein recht großes Gestüt mit vielen Pferden und einem großzügigen Gelände aus Wiesen, kleinen Wäldchen und Reitplätzen. Alle Einnahmen dieser Charitee-Veranstaltung kommen den Kindern und Jugendlichen zugute die in diesem Projekt leben oder betreut werden.Vorab muss man sagen das der Schwerpunkt dieser Veranstaltung nicht unbedingt beim „Markttreiben“ liegt sondern hier sind die Highlights die Shows und das Rahmenprogramm.Niemand geringeres als der Herold Flynn (Regisseur Axel Loh) leitete durchs Programm, eine scheschische Schwerkampftruppe war engangiert und natürlich jede Menge Reiter- Ritter- und Pferdeshows. Ein wirklich gutes, anspruchsvolles Programm.Vorwort:So langsam neigt sich unsere Sommersaison dem Ende zu. Und vor dem Hayner Burgfest, DER Höhepunkt für uns dieses Jahr, kann man eine Sache als kurzes Zwischenfazit dieser Saison deutlich hervorheben….Das Wetter!!Welcher Wettergott auch immer dafür verantwortlich gewesen sein mag, hatten wir immer nur irgendwelche Extreme. Entweder es war extrem heiß( z.B Reduit Mainz-Kastel) oder wir wurden nass (so ziemlich alle anderen Märkte außer Mainz-Kastel). Völlig ruhiges, „normales“ Wetter hatten wir nie….wie sollte es auch diesmal anders sein *lolDie Anreise/Ankunft:Tommek, unsere Schottische Hochlandziege und Mäxn die Diva(sorry Max *gg) reisten bereits am Freitag an und errichteten ihre Zelte im Lager, Dudelschlumpf Hraban und meine Wenigkeit konnten erst Samstag Früh anreisen.Kurzer Rückblick: Die ganze Woche, von Mo – Fr herrschten Temperaturen von um/über 30 Grad.Wir machten uns also Samstag Morgen noch vor dem ersten Hahnenschrei auf die Socken bzw. Räder in Richtung Nordhessen. Hraban hatte es, wie auch immer, tats. einmal geschafft pünktlich zur verabredeten Zeit am Treffpunkt zu sein….Die Freude darüber währte nicht all zu lange, denn als ich ins Freie trat der Schock! Ein Temperatursturz gegenüber den Vortagen um ca. 18 Grad… und es regnete….Mist! Im Kopf noch mal die Klamottenkiste durchgegangen und festgestellt das wir eindeutig auf anderes Wetter eingestellt waren…(Welcher Depp schafft hier eigentlich beim Wetteramt ??). Nunja…die Hoffnung stirbt zuletzt und umpacken der Klamottenkiste, die natürlich gaaanz unten im Auto verstaut war, hätte zu uneinholbaren Verzögerungen geführt….nutzt ja nix…Abfahrt.Je weiter wir uns Nordhessen näherten, desto schlechter wurde das Wetter…egal, echte Kobolde lassen sich (erstmal) durch nichts die Laune verderben. Erstmal……Zügig fanden wir die Stätte der Bespaßung (selbstverständlich regnete es und der Sonnenplanet scheint für Nordhessen auch nicht viel übrig zu haben.) und erblickten auch gleich einige Zelte in einem Wäldchen, was uns beim orientieren in unbekanntem Gelände natürlich zugute kam. Ein Feldweg war als Zufahrt zu den Parkplätzen ausgewiesen, dem wir natürlich folgsam folgten. Als wir die Parkwiese sahen schauten wir uns mit entsetztem Blick an, und hatten den gleichen Gedanken:Bad Orscheler Heilschlamm !!Wer den Markt in Oberursel dieses Jahr besuchte weiß sofort welches Bild sich uns bot…die anderen können es in den diversen Bilderreihen und Foren zu Oberursel nachlesen."Hier Parke ich nicht !!" Der Traktorservice von Oberursel ist schließlich nicht überall Standart, und wer weiß wie lange man hier warten muss um einigermaßen trockenen Boden unter den Rädern zu bekommen.Erstmal umgedreht und aufs Marktgelände zur Bühne gefahren, es war ja auch noch einiges auszuladen. Man lotste uns dann quer durch das Gestüt, wo schon die allermeisten der ca. 15-20 Händler ihre Stände aufgebaut hatten, (einer durfte schon vor Marktbeginn wieder abbauen da er „orientalische Waren“ angemeldet hatte, aber rosa Chinaschirmchen etc. auspackte) bis wir vor einem Reitplatz zum stehen kamen.„Und wo ist jetzt die Bühne?“„Ei immer da lang.“„Wir sollen über den Reitplatz fahren ?“„Ei jo….“„Da kommen wir doch nie wieder runter ?!“„Geht schon, zur Not gibt’s hier nen Radlader.“„Ich will heim!“Wir also auf den Reitplatz gefahren…keine Bühne… „Juhuuuu…hiieer“ hörten wir plötzlich Mäxens zartes Stimmchen, der gerade ca 5m über unseren Köpfen zusammen mit der Schottischen Hochlandziege die letzten Handgriffe am Schlagwerk erledigte.„Geil !!!“ Die Bühne befand sich in der 2. Etage einer wirklich tollen, aus Holz gebauten „Burg“. Sowas hatten wir noch nie und waren tats. ein wenig beeindruckt…erstmal.Die Autotür auf, ausgestiegen um das Bauwerk zu erklimmen….“QUAAATSCH“…knöcheltief eingesunken…. "Scheixxe!!!"Zwei Blicke, ein Gedanke: Hier baue ich kein Zelt auf! Instrumentarium und Pranger ausgeladen, über eine schmale, rutschige Hühnerleiter hinter der „Burg“ alles hinaufgeschafft, auf Luft gewartet, und beschlossen das noch vor der Anmeldung beim Veranstalter das Gelände erstmal fluchtartig verlassen wird um sich eine trockene, warme und vor allem matschfreie Unterkunft gesucht wird. „Zufälligerweise“ hatte der Bruder einer der Damen an der Kasse im Nachbarort eine Pension, die man uns wärmstens empfahl und auch (welch uneigennütziger Service) telefonisch direkt ein Zimmer für uns klar machte.Der Samstag:Der Nordhesse an sich ist entweder eine besondere Sorte Mensch, oder er versteht es sehr gut sich dem Wetter anzupassen…etwas eigenartig.Wie gesagt, das Programm war wirklich sehr sehr gut, alle Akteure waren sehr engagiert und gaben ihr bestes. Der Nordhesse lässt es über sich ergehen…schaut…und ist ein Meister darin seine Gefühlsregungen und Stimmungen zu verbergenGefühlte 120 Seelen irren durchs Gestüt und Markt (in Wirklichkeit waren es über 1000) undegal wer sich gerade wie verbog, Beifall oder gar Begeisterung findet eher „innerlich“ statt *gSo steht man dann auch als Musiker auf einer wirklich mal ausgefallenen Bühne, spielt sich einen Wolf…und unten stehen sie, die Hände in den Hosentaschen oder bestenfalls am Kaltgetränk….Motivierend ist anders…. Selbst ein wirklich tolles Feuerspektakel, begleitet von einer der besten Sessions die wir je gespielt haben (incl. spontanem Mittrommeln des Veranstalters höchstpers. auf einer selbstgebauten Mörderdavul) und anschließendem Feuerwerk, entlockt dem Nordhessen vielleicht max. ein kurzes Zucken der Mundwinkel, das wir aber aufgrund der Dunkelheit zu später Stunde nicht wirklich wahrnehmen konnten.„Sachma Axel, was iss’n hier los? Stimmt irgendwas nicht?“Der Nordhesse kann sich tats. freuen…er hat sich auch sehr gefreut wie uns Axel, als Kenner der nordhessischen Mentalität, später im Lager aufklärte, „nur zeigt er das nicht nach außen.“„Na was für ein Glück.“Glück war auch, das wir die diversen Kletterpartien auf der Hühnerleiter unfallfrei überstanden *gNicht ganz so glücklich war, das unsere Schottische Hochlandziege abends vor der Taverne meinte unsere Naturfelldavul mit Feuersticks zu malätrieren was nicht nur einen ordentlichen Gestank zum Ergebnis hatte, nein, im Trommelfell befand sich auch ein riesen Loch!Das fehlte noch. Ich bin mir sicher das in diesem Moment mind. 3 von uns sich gedanken darüber machten wie viel Jahre man wohl für einen Ritualmord absitzen muss.Abends im Lager wurde zum Gelage geladen und für alle Aktiven eine Sau am Spieß gebraten….aus der „Sau am Spieß“ wurde aber schnell eine „Sau in der Blechwanne“ und dann eine „zerteilte Sau auf dem Grillrost“. Irgendwie war der Spieß an dem das Tierchen über dem Feuer braten sollte ein ganz klein wenig zu dünn bemessen, so das er sich unter dem Gewicht der Sau sehr verformte und zu brechen drohte. *g Kurzerhand wurde beschlossen die Sau in der Blechwanne weiter zu braten in der sie herbeigeschafft wurde. Schnell stellte sich aber heraus das sau in Blechwanne, direkt aufs Feuer gestellt, dazu führt das die Sau außenherum zwar schön knusprig bis angebrannt wird, innen aber irgendwie noch Roh ist….Ein einheimischer Metzger, der eigentlich nur als Besucher da war, nahm sich dann der Sache an, zerteilte die Sau fachmännisch und grillte die Einzelteile dann auf dem Grillrost.Es lebe das Handwerk!Der Sonntag:Schon als wir in der Pension erwachten stellten wir fest das irgendwas nicht stimmen konnte….irgendwas war völlig anders, es war irgendwie so…hell!Kann nicht sein…die Sonne schien ! „Jetzt wird alles Gut“Tja, man kann leider nicht alles haben, und offensichtlich war der Preis für den Sonnschein ein ausgewachsener Darminfekt des Dudelschlumpfes…vielleicht war aber auch die Sau am Grillrost doch noch nicht soo durchgebraten wie angenommen…man weiss es nicht, jedenfalls hatte es den armen Kerl erwischt.Wundersame Dinge aber auch an der Stätte der Bespaßung….Nachdem für alle Aktiven an der Hohen Tafel im Lager ein kerniges Frühstück bereitgestellt war füllte sich der Markt plötzlich mit Leben…tats. Leben wie man es außerhalb Nordhessens kennt. Fröhliche Menschen, Stimmen, Lachen….eine wohltat.Als wären die Menschen mit dem Wetter ausgetauscht…man klatschte, jubilierte sogar und auf dem Turnierplatz sangen einige hundert Leute sogar „Auf einem Baum ein Kuckuck…“ als wir wieder mal einen armen „Schändlichen“ an unserem Pranger stehen hatten der das tun sollte um sich von selbigem zu befreien. Wir hatten Spaß !!Ritterreiten für Kinder (mit Lanze und Schwert), professionelle Schwertkampfshow, Musik, Ritterturnier, Burgerstürmung (ey…unsere Bühne!) alles lief sehr sehr gut ab, professionell moderiert durch den Herold Flynn. Höhepunkt des Tages war für die Besucher allerdings der Auftritt und die Show von Peter Pfister, einem sehr bekanntem Pferdeguru. Ehrlich gesagt, ich als nicht Pferdemensch, konnte mit diesem Namen erstmal nicht viel Anfangen, und als ich diesen „Halbgott“ vor dessen Show wir dran waren, als Otto Pfister ansagte bestand kurz die Gefahr des Lynchens, zumindest des Teeren und Federns was man ganz deutlich an den Blicken des Publikums sah. Aber…Respekt!!...Was dieser Mann mit den Pferden dort vorführte war mehr als beeindruckend. Er hat eine Möglichkeit mit diesen Tieren zu kommunizieren die man als „normalsterblicher“ nicht nachvollziehen kann.Wie kann ein Mensch es sonst schaffen das ein ausgewachsenes Pferd, und wir sprechen hier von diesen richtig hohen Biestern, nicht von Ponys, über eine schmale Wippe geht auf der aufgeblasene Luftballons befestigt sind…dieses Pferd dann wippt (!) und mit den Hufen die Ballons zertritt ohne fluchtartig das Gelände zu verlassen ? Er bringt ein Pferd dazu sich mit allen 4 Beinen auf ein Zirkuspodest zu stellen, dieses da „parkt“ und er sich unter das Pferd aufs Podest setzt und sich den Pferdeschweif als Perücke aufsetzt.Klaro…Zirkusshow mag jetzt der eine oder andere sagen, aber dem ist nicht so. Der Mann hat eine Ausstrahlung die selbst auf Menschen unheimlich beeindruckend wirkt. Er zeigte auch nicht nur solche oben beschriebenen „Kunststücke“ sondern gab in mehreren Vorführungen Einblicke in seine tägliche Trainingsarbeit mit den Pferden am Boden sowie hoch zu Ross.Als sich die Gelegenheit zu einem kurzen Plausch mit Peter Pfister ergab stellte sich heraus das das selbstverständlich kein irgendwelcher Hokuspokus ist das da veranstaltet wird, sonder er erklärte mir, einem bekennenden Nichtfachmann wie sich das so verhält mit dem gegenseitigen respektieren zwischen Mensch und Tier, anerkennen als „Rudelführer“ und erarbeiten des Vertrauens des Pferdes durch Geduld, Geduld, Ruhe und nochmals Geduld.Die schmachtenden Blicke der Pferdenärrinen die wie gebannt an seinen Lippen hingen gefielen Ihm aber auchAlles in allem entwickelte sich das Wochenende doch deutlich besser als es die ersten Stunden versprachen. Die Orga des Ritterbundes Auenland war sehr engagiert, mit viel Herzblut bei der Sache und stets um das wohlbefinden der Akteure bemüht.Dieser Markt, mit ein klein wenig „professioneller“ Unterstützung birgt ein riesiges Potential.









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